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Die Navigationsschule in Wustrow

Zeichen der späteren IHS

 
Gedanken zu 150 Jahren Seefahrtsausbildung auf dem Fischland
 
Der deutsche Außenhandel und die Seeschifffahrt waren, im Unterschied zu führenden Seefahrtnationen wie Portugal, Spanien, Holland und zum Teil auch England, noch im 18. Jahrhundert relativ unerheblich. In diesen Seefahrtnationen bestanden bereits seit dem 15. Jahrhundert staatliche oder von öffentlichen Körperschaften getragene Navigationsschulen. Dagegen gab es an den deutschen Seeuferstaaten noch keine ähnlichen Einrichtungen. Eine Vorbereitung auf den Beruf des Seefahrers, des künftigen Steuermanns und Schiffers war eine reine Privatsache.

Im 19. Jahrhundert besaß Mecklenburg  jedoch - nach Preußen - die  stärkste Handelsflotte in der Ostsee. Diese setzte sich aus den relativ selbständigen Flotten Wismars, Rostocks und des Fischlandes zusammen. Engstirnige und Ausgaben scheuende, feudalistische Schifffahrtspolitik (und das zur Blütezeit der Segelschifffahrt) waren Gründe für das Zurückbleiben der Seeleute in der theoretischen Ausbildung sowie in den, durch Schifffahrtspraxis, als dringlich notwendig erkannten Veränderungen.

Nachdem 1845 die Wustrower Schiffer:
 
- Bradhering, D.
- Dade, D.H.
- Maas, E.F.
- Niemann, Riemer
- Niemann, H.H.
- Permien, J.H.
- Permien, N.

 
eine Bitte an den Großherzog von Mecklenburg richteten, wurde (mehr im Gefühl, als in Sachkunde) eine "staatliche Navigationsschule" in Wustrow gegründet. Mit einem geordneten Navigationsunterricht sollte den Fischländer Jungen die Ausbildung zum selbständigen Steuermann und in Perspektive zum Schiffer ermöglicht werden.

Der erste Unterricht begann in drei Klassen am 16. November 1846 - eine Zeit, zu welcher noch alle männlichen Konfirmanden Wustrow´s zur See gingen.Bereits ab 1850 gab es für alle drei Klassen Englisch- und Französischunterricht. 1854 folgte für die "Schifferklasse" das Fach Handels-
wissenschaften. Angesichts der Tatsache, dass für die Fischländer Jungen erst ab 1866 andere Berufsziele in geringem Maße ins Spiel kamen, war der angebotenen Ausbildungsweg eine solide Grundlage für die Weiterführung der Schifffahrtstradition des Fischlandes.
 


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