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Halbinsel Fischland-Darss-Zingst

Die Halbinsel Darss* ist westlich der Insel Rügen auf keiner Landkarte zu übersehen. Eigentlich sind es von West nach Ost die drei Landstriche Fischland, Darss und Zingst (benannt nach den 3 Inselkernen, die durch Anlandung von Sand im Laufe der Zeit die "Halbinsel" formten).
Das fast unbewaldete Fischland reicht von nördlich Dierhagens bis Althagen (heute ein Ortsteil von Ahrenshoop). Mit Ahrenshoop beginnt der flache Vordarss mit Dünen-, Moor- und Wiesengebieten. Am Rande des Darsswaldes beginnt der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Der Darsswald mit Dünen-, Sumpf- und Heidelandschaften ist ein geschlossenes, siedlungsfreies Gebiet. Am Prerowstrom, östlich von Prerow, beginnt der Zingst mit einem einzigen gleichnamigen Dorf, zwei Waldgebieten und den Sundischen Wiesen.
 
Die alte Landesgrenze zwischen Mecklenburg und (Vor)-Pommern verlief im Norden an der Ostsee durch das Seefahrerdorf und die spätere Malerkolonie Ahrenshoop (markiert durch Eichenholzphäle) und südlich des Saaler Boddens zwischen der mecklenburgischen Stadt Ribnitz und dem pommerschen Dorf Damgarten entlang des Flusses Recknitz in Richtung Süden. Das Fischland gibt wegen seiner Fischerdörfer kaum Rätsel hinsichtlich seiner Bezeichnung auf.
 
Bild: Nachbildung eines Grenzphales auf dem heutigen Grenzweg, der damaligen Landeshoheitsgrenze zwischen dem "Königreich Preußen, Provinz Pommern, Regierungsbezirk Stralsund, Kreis Franzburg, Gemeindebezirk Ahrenshoop" und dem "Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Domanial-Amt Ribnitz, Dorffeldmark Althagen"
Heute verbindet der Grenzweg die Ortsteile Ahrenshoop und Althagen im Ostseebad Ahrenshoop.
 
Der Darss, bietet mehrere Lösungen zu seiner sprachlichen Herkunft. So hieß es „von dem Lande Barth und der Halbinsel darzu“ (abgeleitet: Darßu). Da die Halbinsel dem Festland quer vorgelagert ist, fand man einen Bezug zu „dwars“ (niederdeutsch für quer; Die Strandkrabbe heißt hier übrigens „Dwarslöper“ also Querläufer.). Favorisiert wird die Rückführung auf das altslawische Wort „draci“ für Dornstrauch, was dann Dornenland bedeuten würde. Der Sanddorn gab auch dem nördlichen Dornbusch auf Hiddensee seinen deutschen Namen. Zingst auf „von Wasser umzingelt“ abzuleiten, wäre zu kurz gedacht. Wahrscheinlich hängt der Flurname mit dem slawischen Wort „seno“ für Heu, also Heuort, zusammen wegen der vielen Wiesen. Im Übrigen glauben die Darsser von gestrandeten englischen Seeleuten des 14. Jahrhunderts abzustammen. Viel führen tatsächlich englische Namen wie Wallis, Newmann oder Kräft.
 
Der größere und östliche Teil der gesamten Halbinsel gehörte zu Pommern. So auch das Fischerdorf und älteste Kirchdorf des Darss Prerow mit einem schon 1325 erwähnten Hafen. Erst nach der großen Sturmflut von 1872 wurde der Prerowstrom geschlossen, um weitere Wassereinbrüche dieser Dimension zu verhindern. An der alten Mündung des Prerowstromes fand man 1874 bei Deichbauarbeiten arabische Silbermünzen, die auf eine frühe Handelstätigkeit hindeuten. Im Prerower Darß-Museum ist eine dieser Münzen zu sehen.
 
* Darss -
geschichtlich betrachtet (und auch die Einheimischen sehen es so), wird die Halbinsel ganz klar in das
Fischland, mit dem Ort Wustrow und Ortsteilen des heutigen Ahrenshoop Nie- und Althagen, den
Darss, mit den Orten Ahrenshoop=Vordarss, Born, Wieck, Prerow und dem
Zingst, mit dem Ort Zingst ein.
 
Text: Dr. Hartmut Schmied, www.legenden-museum.de, Rostock
 

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www.fischland-darss.net