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Die Geschichte des Badens und der BademodenBeitrag: Anke Hund, Hinrichshagen |
Mecklenburg Vorpommern mit seinen Ostseeheilbädern auf dem Fischland-Darß-Zingst ist ein beliebtes Ferien- und Urlaubsdomizil an der Ostseeküste. Jung und Alt gehen ihrem Badevergnügen an den Stränden nach und präsentieren sich in den aktuellsten Bademoden. Wie sich das Badeverhalten und vor allem die Badebekleidung entwickelte, hier ein kleiner Auszug von damals zu heute! Unsere Vorfahren badeten gerne und oft, da das Bad für die alten Germanen ein Mittel gegen Krankheit, Schuld und sonstigen Verdruss war. Allerdings kannte man noch keine Badebekleidung, sie badeten nackt. Auch bei den Römern stand die heilende Kraft des Badens im Vordergrund, wobei sie schon eine Bikini-ähnliche Bademode kannten. Dies hielt sich bis ins Mittelalter, damals kam es hauptsächlich auf den beim Baden bedeckten Kopf an. So gab es vor allem bei den Damen die ausgefallendsten Kopfbedeckungen zum Baden. Ansonsten badete man nackt. Das Badehaus im Mittelalter war z.B. auch Heiratsvermittlung Nummer eins. Doch auch in Deutschland wurde die Entwicklung des öffentlichen und gemeinsamen Badens durch extreme Preissteigerung für Brenn- und Heizmaterial und die "Franzosenkrankheit" blockiert. Erst im Rokoko stieg man wieder ins Wasser kleiner Seen, Flüsse und privater Teiche und zwar in voller Bekleidung. Das Nacktbaden war undenkbar. Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Badenden an der Nord- und Ostsee an, in ganz spezieller Badebekleidung. Der damals aktuellen Leibwäsche nachempfunden, sah sie aus wie Schlafgewänder. In dieser Zeit kam zum ersten Mal die Forderung nach einem öffentlichen Seebad auf. Und so wurde am 9. September 1793 das erste deutsche Seebad in Heiligendamm an der Ostsee eröffnet. Knapp 100 Jahre später nämlich 1882 wurde der Strandkorb erfunden. Die Grundidee kam von Elfriede Maltzahn aus dem heutigen Kühlungsborn (renomiertestes Strandbad zu Kaisers Zeiten) die damit zum Rostocker Hof-Korbmacher Wilhelm Bartelmann ging und dieser baute das Grundmodell aller heutigen Strandkörbe. Sein Schüler, Johann Falck, baute 1897 den Prototypen des "Zweisitzers als Halblieger". Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine eigenständige Bademode:
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Bademode um 1910 | ![]() |
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Die Zwanziger Jahre brachten die Einführung des Bade-Trikots „Kniefrei“ und mit Schlag. Es kamen langsam frische Farben und freche Schnitte auf. Doch um die sich entwickelnde Freizügigkeit zu stoppen regelte der "Zwickelerlass" vom 18. August 1932 fortan die Badelust der Deutschen. So wurde das Nacktbaden kurzerhand verboten. Dieser Erlass starb aber wieder mit dem Zusammenbruch des „Tausendjährigen Reiches“ und die Deutschen orientierten sich in Sachen Mode voll an den amerikanischen Siegern. Der Bikini hielt nach 1949 seinen Einzug, Spaghettiträger gaben immer mehr weibliche Haut frei. Die Bademode wurde in den folgenden Jahren immer knapper und transparenter (Tanga und String), und auch das Nacktbaden ist heute kein Problem. Weil die Zahl der Anhänger der Freikörper-Kultur (FKK) stetig wächst finden sich überall an unseren Stränden separate Strände oder Strandbereiche für den Badespaß ganz ohne etwas. |
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